Mein kleiner Prinz ist tot!
Am 22.12.2006 ist
Groenibell's Hokuspokus, genannt „Teddy“, gestorben.
Wir haben den Kampf gegen seinen Krebs verloren.
Teddy's Start in sein kleines Hundeleben war nicht leicht. Als Kleinster und Leichtester seines Wurfes hatte er zu Beginn seines Daseins kaum Kraft zu atmen, geschweige denn, bei seiner Mama Nahrung einzufordern. Nach vielen Anläufen und ein wenig Hilfe gelang es ihm dennoch, seinen Geschwistern nachzueifern, beim Wachsen und Gedeihen. Trotzdem blieb er immer ein Leichtgewicht.

Dafür war er ein ganz Großer in Sachen Liebe und Mut. Auf seine Mädels aufzupassen oder mit Frauchen zu schmusen, waren seine wichtigsten Tagesaufgaben. Imposant durch seine Mähne und sein dichtes Fell verteidigte er seine Weibchen gegen jede Gefahr, unerschrocken gegen jeden größeren Feind.
Ebenso nachdrücklich wie liebevoll forderte er bei seinem Frauchen seine Schmuse-Einheiten ein. Auf dem Sofa neben Frauchen schlafen, beim Spazieren gehen fast in ihre Tasche klettern, um nur nahe zu sein, das war sein Liebstes. Es war sein Dankeschön für die innige Zuwendung seines Frauchens zur Welpenzeit. Zudem war der kleine Prinz von Herzen gutmütig. Klaglos ließ er alles über sich ergehen, mit grenzenlosem Vertrauen seinen Menschen gegenüber.

Kein Zähne zeigen, keine Abwehr, nichts. Nur große Augen, die sagen, „wenn Du meinst, dann bin ich einverstanden. Ich vertraue Dir.“ Oft genug wurde sein Vertrauen missbraucht, wenn man beim Tierarzt sagte, „es muss sein“, dass ein Zahn gezogen wird, und er furchtbare Schmerzen hatte. Kaum war der Schmerz zurückgegangen, war die Pein vergessen, der kleine Prinz wieder fröhlich, als wäre nichts gewesen.
Selbst jetzt, in den letzten Wochen, da der Krebs bereits Teile von Teddy's Magen angefressen hatte, er kaum mehr eine Nahrung aufnehmen, vor allem nicht behalten konnte, war dieser Sonnenschein fleißig darauf bedacht, seine Mädels zu beschützen und Herrchen an der Jacke zu ziehen, wenn dieser zu langsam war. Trotz Krankheit, trotz seines Alters, immerhin war Teddy schon 9 ½ Jahre jung, war und ist Teddy ein kleiner Kindskopf geblieben. Seine Tollpatschigkeit,

seine Unbesorgtheit und sein unerschütterliches Vertrauen in die Menschen waren seine liebenswerten Eigenschaften, die Tag für Tag eine Freude für seine Familie darstellten. Seine Unbekümmertheit ließ einen fast seine Krankheit vergessen, wenn er wie ein junger Welpe über die Wiesen fegte, hinter seiner Schwester hertollte oder sich zum Schutz für die Seinen vor einem anderen Rüden aufbaute. Doch die Momente, da ihn der kaputte Magen quälte, wurden häufiger und schlimmer. In diesen Augenblicken ist so ein kleines Häuflein Hund einfach hilflos seinen Schmerzen ausgeliefert. Kein Frauchen und kein Herrchen können wirklich helfen.
Wir Menschen haben viele Pflichten, doch die oberste Pflicht muss es sein, kein Tier unnötig leiden zu lassen. Lange nicht mehr ist es mir so schwer gefallen, eine Pflicht zu erfüllen. Mein Prinz hat es verdient, dass ich ihn in den Hundehimmel kommen lasse, ohne ihn zu quälen.

Wenngleich er mir so sehr fehlt, so tröstet mich der Gedanke, dass Teddy jetzt wieder bei seinem Frauchen sein kann und dort den Kopf in ihrer Tasche vergräbt.
Hab’ lieben Dank für Deine Treue und Liebe, kleiner Teddymann.
Dein Herrchen
Ich habe des Öfteren nachgedacht, warum Hunde ein derart kurzes Leben haben, und bin zu dem
Schluss gekommen, dass dies aus Mitleid mit der menschlichen Rasse geschieht; denn da wir derart
leiden, wenn wir einen Hund nach zehn oder zwölf Jahren verlieren, wie groß wäre der Schmerz, wenn
sie doppelt so lange lebten?
Walter Scott (1771-1832)